Unsere Aktuelle Ausstellung

Jörg Bussmann „con legno“

16.05.2020 bis 27.06.2020

Es findet auf Grund der Corona Beschränkungen keine Vernissage statt.

Der eigentliche Stellenwert der Zeichnung für die Arbeit mit plastischen Formen war mir lange Zeit nicht wirklich bewusst.
Immer habe ich Zeichnen als eine parallele Erweiterung der Fähigkeit zur Beurteilung von Proportion, von Volumen, Geraden und Krümmungen verstanden.
An einem gewissen Punkt überraschte mich, dass die formalen Elemente der Grafik in der eigenen Plastik stofflich wirksam geworden waren.
Das plastische Bild wird mir in seinem schichtenweisen Herstellungsprozess wie die Zeichnung Werkzeug der Entwicklung der Idee.
Sie wirken als skizzenhafte Schichten, die sich überlagern aber alle Arbeitsprozesse transparent abbilden. Die das wie es gemacht wurde offen darlegen. Das Bild in seiner lückenhaften Unvollkommenheit befreit von den Erwartungen der Konstruktion, welche normaler weise mit Allem was hergestellt wird, verbunden ist.
Am Anfang gibt es ein wenig Ziel, dann wird durch etwas Unvorhergesehenes dieser Plan durchkreuzt und schon ist man aus dem Korsett des eigenen Programms befreit und kann sich dieser bewusst bewusstlosen Tätigkeit hingeben – dem Spiel.
Das Objekt entzieht sich durch diverse Fehler innerhalb des Spielfeld des dem eigenen Wollen und entwickelt das was Danhil Charms in „Die Kunst ist ein Schrank“ den freien Willen des Gegenstandes nennt. Dieser Schrank beginnt dann zu schweben. Das Absurde entzieht sich der Gravitation, ist Gegenteil von Vernunft, Erkenntnis, Geometrie, Regelhaftigkeit und Institution.

Kinder umgeben ihr Tun mit einer regelgerechten Geheimhaltung, im Spiel werden die Dinge nicht zuletzt dem Gefühl überlassen, sie beginnen vielmehr da-mit.
Von der Verworrenheit, von der Zerstreutheit angerührt, in denen die Dinge sich in der Welt vorfinden, entwickelt der Bastler im Gegensatz zum Ingenieur seine Herangehensweise. Anstatt die Flächen zu roden und sich dem Entwurf einer völlig neuen Idee zu unterwerfen, verwendet er Vorgefundenes, bereichert es wieder durch den Umbau und die Dazuerfindung und findet seine Lösungen so in der Gleichzeitigkeit von Machen und denken.

Jörg Bussmann

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